„Fotografieren ist eine Art Meditation“

Endlich erinnert uns auch in München die weiße Schneedecke wieder daran, wie Winter aussieht. Das war lange nicht so. Und für viele ein Grund, über‘s Wochenende auch mal weiter zu fahren: in die Schweiz oder vielleicht sogar über den Brenner. Unser Autor, den wir Ihnen diese Woche vorstellen wollen, macht uns in seinem eindrucksvollen Kalender über die Bergwelt von Südtirol auf jeden Fall schon mal Lust auf die Reise Richtung Süden.

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Kurt Tappeiner: Berge Südtirol

Kurt Tappeiner wohnt im Vinschgau und möchte mit seinen Bildern die Menschen ermuntern, hinaus zu gehen in die Natur, um sich dort inspirieren zu lassen: „Wir Südtiroler leben in den Tälern, da hat man manchmal ein gewisses Beengungsgefühl. Es ist so als würden die Berge auf einen runter sehen.“ Deswegen steigt er am liebsten auf Gipfel und genießt den gigantischen Weitblick von oben. „Dabei ändert sich einfach das Bewusstsein. Das ist gut für Geist und Psyche“, erzählt der Fotograf. „Spontan“ sind die Aufnahmen in seinem Kalender entstanden. Denn seine Kamera (Olympus E3) darf auf seinen Ausflügen und Reisen nie fehlen. Projekte im Voraus planen, das ist untypisch für ihn – „ich lasse mich eher leiten“. Stattdessen versucht er seine Aufnahmen im Nachhinein an den Mann zu bringen. Von Bildbearbeitung hält Tappeiner nicht besonders viel – er möchte seine Aufnahmen im Ursprung zeigen. „Das Gefühl, das ich in dem Moment hatte, als ich das jeweilige Foto schoss, soll sofort auf den Betrachter überspringen.“

532903_8Kurt Tappeiner: Berge Südtirol

In seinen heutigen Beruf als Fotograf geriet Kurt Tappeiner eher zufällig. Begonnen hat er als technischer Zeichner. „Das ist kein wirklich künstlerischer Beruf – zu rational“, so der Südtiroler. Deswegen folgte ein Studium in Innsbruck an der Akademie für Medien und Kunst. Erst während dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie. „Wenn ich Aufnahmen mache, verliere ich jegliches Zeitgefühl. Das ist eine Art Meditation – Ich bin nur noch auf das Objekt fokussiert und völlig gedankenfrei“, sagt Tappeiner. Nebenbei jobbt er noch als Grafiker, um seinen Kunden einen Rundumservice anbieten zu können. Trotzdem versucht er sich einmal pro Jahr die Zeit zu nehmen, um für drei Monate ein spezielles Land zu bereisen. Nicht nur um neues Bildmaterial zu sammeln, sondern auch um seine Träume zu leben und dabei in andere Kulturen einzutauchen (seine Aufnahmen sind in den Kalendern Indien, Seychellen und Island zu sehen.)

Kurt Tappeiner wollte seine Werke schon immer als Kalender mit einer ISBN veröffentlichen. Die Google-Suche brachte ihn schließlich zu CALVENDO. Dass es dort Kriterien gibt, nach denen eine Jury auswählt, findet er „sehr gut“. Für ihn als Grafiker war die CALVENDO-Software zum Erstellen seiner Werke „ein Kinderspiel“. In diesem Jahr möchte er einige seiner Exemplare auch an die Buchhandlungen vor Ort bringen, um den Verkauf weiter anzukurbeln.


Kurt Tappeiner

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