Selbstvermarktung – wie geht das?

CALVENDO-Autor Oliver Pinkoss hat einige gute und hilfreiche Tipps zum Thema Selbstvermarktung für Sie

Auch in diesem Jahr setzen wir unsere Reihe „CALVENDO-Kreative“ fort. Wir stellen unseren Lesern u.a. Fotografen, Illustratoren, Künstler und Designer vor, die besonders erfolgreiche und außergewöhnliche Projekte veröffentlicht haben, und fragen sie nach ihren „Geheimrezepten“ sowie ihren Tipps und Tricks.

Heute können Sie sich über ein Interview mit Oliver Pinkoss aus Lauda-Königshofen freuen – Hobbyfotograf und Marketingexperte zugleich, der Ihnen viele hilfreiche Tipps und Ideen zur Selbstvermarktung geben kann.

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Oliver Pinkoss (Copyright: Oliver Pinkoss)

Herr Pinkoss, viele CALVENDO-Autoren geben offen zu, dass sie keine Marketingexperten sind und ihnen die Vermarktung der eigenen Kalender eher schwer fällt. Sie sind jedoch sowohl Marketingfachmann als auch Fotograf.
Welche Möglichkeiten und Kanäle nutzen Sie, um Ihre Projekte strategisch erfolgreich zu vermarkten? Können Sie unseren Lesern näher erläutern, wie Sie bei der Selbstvermarktung vorgehen?

Wer jetzt hier auf ein pauschales Rezept hofft, den muss ich leider enttäuschen. Ich selbst bin immer wieder beeindruckt, wie schnell ein Kalender in den ganzen Onlineshops verfügbar ist. Dadurch, dass die Kalender per Print-on-Demand nicht im Vorfeld auf Lager produziert werden, funktioniert der Hauptabsatzweg über die Online-Welt. Dadurch konzentriere ich mich in der Vermarktung auch primär auf Social Media Kanäle. Hier gibt es nicht DEN EINEN Kanal, sondern der Mix und das Zusammenspiel verschiedener Plattformen bringen hier den Erfolg und die hohe Reichweite.

Meine „Zentrale“ ist meine Webseite bzw. mein Blog und meine Smartphone-App. Die App habe ich schon länger und zwar für die wichtigsten Plattformen in den Stores. In dieser App hat der Benutzer die Möglichkeit, direkt alle Infos von meiner Facebook-Seite, von meinem Blog, meinem YouTube-Kanal und Vieles mehr zu bekommen.
Um die Webseite herum habe ich ein paar für mich wichtige Plattformen gesetzt. Das feste Grundgerüst besteht aus meiner Facebook-Seite, Twitter, einem YouTube-Kanal und meiner Amazon-Autorenseite. Dazu kommen noch Pinterest und Instagram, welche in Zukunft noch eine größere Rolle spielen sollen.

Neben einem Blogeintrag gibt es auch immer ein Video (max. 30-60 Sekunden). Das Thema Bewegtbild spielt in der heutigen Kommunikation eine relativ wichtige Rolle.

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Oliver Pinkoss: Turku / Finnland

Und welche Erfahrungen haben Sie mit Facebook gemacht?

Ich nutze zur Kommunikation gerne Facebook-Gruppen, die sich einem bestimmten Thema widmen. Wichtig ist es Gruppen zu finden, welche die richtige Zielgruppe widerspiegeln. Beispielsweise kommuniziere ich über meine Hundekalender nicht in Gruppen wie Tier- oder Hundefotografie, sondern eher in Gruppen mit Hundefreunden. Oder Gruppen, die sich mit bestimmten Rassen auseinander setzen. Da habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.
Wichtig dabei ist es auch, nicht einfach nur platt einen Link zum Kalender zu posten (was in vielen Gruppen ja auch meist untersagt wird), sondern in die Kommunikation mit den Mitgliedern zu treten. Für meine Städte-Kalender nutze ich z.B. Gruppen oder Foren, die sich über Reisen austauschen (z.B. Kreuzfahrten). So findet man im Netz viele Möglichkeiten über seine Bilder und damit auch Kalender ins Gespräch zu kommen.

Was für mich auch interessant war, dass 2013 einer meiner Hundekalender in einem Hunde-Fachmagazin erwähnt und abgedruckt wurde. Dies hatte aber so gut wie keinen Einfluss auf die Verkäufe, was mich doch sehr erstaunt hat.

Gibt es auch Kanäle, die Sie selbst vielleicht nicht nutzen, aber durchaus für interessant halten bzw. die Ihrer Meinung nach Potenzial hätten?

Kanäle gibt es viele. Wichtiger ist es genau hinzuschauen, wo sich die Zielgruppe für das Produkt befindet. Damit steigen das Potenzial und die Wichtigkeit des Kanals automatisch.

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Oliver Pinkoss: Rom – Beeindruckende Ansichten in Schwarz & Weiß

Bei CALVENDO haben Sie bereits 34 Kalenderprojekte veröffentlicht. Verwerten oder verkaufen Sie Ihre Fotos noch anderweitig?

Bevor ich mit CALVENDO gestartet bin, hatte ich mich mit dem Thema der Stockfotografie beschäftigt. Ich habe zwar noch den ein oder anderen Account am Laufen, arbeite damit aber nicht mehr aktiv. Das hat verschiedene Gründe. Der Hauptgrund ist, dass diese Agenturen bzw. deren Kunden eine andere Art der Kreativität wünschen als ich liefern möchte. Das heißt, CALVENDO ist zurzeit mein einziger Verkaufskanal.

Nehmen Sie mit Ihren Werken auch an Wettbewerben und Ausstellungen teil?

An Wettbewerben nehme ich nicht teil. Warum? Kann ich gar nicht wirklich beantworten. Vielleicht sollte ich mir mal Gedanken zu dem Thema machen.

Ausstellung ist ein Thema, mit dem ich mich in diesem Jahr mal beschäftigen möchte. Bis heute hatte ich (leider) noch keine eigene Ausstellung. Mal schauen, ob und wann es klappt.

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Oliver Pinkoss: Erlebnis der Sinne – Französischer Markt auf Korsika

Wo bzw. wie informieren Sie sich über das Thema Fotografie oder tauschen sich darüber aus? Nehmen Sie zum Beispiel an Fotografen-Treffen teil oder sind in bestimmten Foren oder Communities aktiv?

Informationsbeschaffung und Weiterbildung sind nach meiner Ansicht zwei der wichtigsten Punkte, die man auch für die eigene Entwicklung benötigt. Für mein Hobby Fotografie habe ich in den letzten Jahren einige Workshops bekannter Fotografen (welche mich inspirierten) besucht, ich lese sehr viele Fachbücher, nutze Videotrainings und besuche hin und wieder auch Fotografen-Treffen. So habe ich mir in der Zeit ein relativ gutes Netzwerk an befreundeten Fotografen aufgebaut und führe hauptsächlich in diesem Kreis Informationsaustausch.

Ihre fotografischen Schwerpunkte liegen auf den Themen Städte, Landschaften und Tiere. Was reizt Sie an diesen Themen besonders?

Mit Tieren, bei mir sind es hauptsächlich Hunde, zu arbeiten, macht unheimlich viel Spaß und Freude. Da liege ich im Studio auf dem Boden und möchte einen kleinen Chihuahua fotografieren, doch dieser kleine Kerl kommt immer zur Kamera gerannt und kuschelt sich in den Fotografenarm und die Kamera. Oder das faszinierende Arbeiten mit einem Blinden- oder Rettungshund, die sich zentimetergenau platzieren und in keiner Weise ablenken lassen. Kein Shooting ist wie das andere.

Städte, aber auch Landschaften, bieten mir die Möglichkeit, mit der Fotografie unterschiedlichste Blickwinkel zu nutzen. Das „Alltägliche“ einfach mal in einem anderen Erscheinungsbild zeigen. Egal, ob mit neuen Farb- bzw. Lichtelementen oder z.B. mit einem weitwinkligen Schnitt aus einer flachen Perspektive. Da gibt es einfach sehr viele Möglichkeiten.

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Oliver Pinkoss: Dogs – Black & White

Gibt es ein Thema, das Sie auch interessieren würde, dem Sie sich aber bisher noch nicht zugewandt haben?

Da gibt es viele. Aber besonders die Unterwasserfotografie von Wracks würde mich sehr reizen. Vielleicht wird es ja soweit mal kommen.

Können Sie uns noch ein wenig über sich erzählen. Wann und wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Angefangen habe ich noch mit einer Analog-Kamera. Die Lernphase ging dann ganz schön ins Geld. Filme kaufen und Entwicklungskosten sind ja nicht ganz unerheblich gewesen. Wann ich dann in die Digitalfotografie eingestiegen bin, kann ich gar nicht genau sagen. Es müsste so 2004/2005 gewesen sein. 2010 konnte ich dann glücklicherweise mein eigenes kleines 40 Quadratmeter großes Studio einrichten.

Seit sechs Jahren befasse ich mich, mit zwei weiteren Fotofreunden, intensiv mit der Stilrichtung Light Art Photography und Lightpainting. Hier werden Bilder per Langzeitbelichtung aufgenommen. Während der Belichtungszeit (diese kann teilweise sogar 15 Minuten und mehr betragen) werden mit verschiedenen Lichtquellen Formen und Muster „gemalt“. Diese Bilder werden nicht am Computer erzeugt oder bearbeitet. Oft sind wir dann die ganze Nacht unterwegs für gerade mal ein Bild.

Aber die ganze Fotografie war, ist und soll für mich immer nur ein Hobby bleiben.

Folie2Oliver Pinkoss: Light Art Photography

Sie gehören seit fast zwei Jahren zu dem CALVENDO-Autorenkreis. Welche Erfahrungen haben Sie mit CALVENDO gemacht?

Einfach und kurz gesagt: Durchweg positiv. Die Software bzw. das Onlinesystem läuft stabil, ist gut bedienbar, und falls doch etwas vorfällt, ist der Support schnell und kompetent.
Ein Thema, was immer wieder Diskussionen hervorruft, ist die Jury. Ich hatte bis jetzt das „Glück“ noch keinen Kalender final abgelehnt zu bekommen, allerdings ist es manchmal schon schwer gewisse An-/Nachforderungen von der Jury zu verstehen. Meine Erfahrung ist, dass man sehr genau rauslesen muss, ob der Jury-Kommentar eine Forderung oder nur ein Vorschlag ist. Bei Vorschlägen kann und darf sich auch der Autor durchsetzen. Aber wie schon beim Support erwähnt, wird alles sehr schnell und letztendlich auch freundlich und kompetent bearbeitet. Dafür auch meinen Dank und Respekt.

Auf welches Projekt sind Sie besonders stolz?

Stolz bin ich natürlich auf jedes einzelne Projekt, da ich sehr viel Arbeit und Liebe in die Entwicklung der Kalender stecke. Natürlich war ich sehr stolz als vergangenes Jahr gleich drei Kalender die CALVENDO-Gold Auszeichnung bekommen haben. Gerade bei den Hundekalendern hat es mich sehr gefreut, da hier sehr viel Planung und Arbeit in jedem einzelnen Bild steckt. Die Hunde wurden alle in meinem Fotostudio abgelichtet (was nicht immer ganz einfach ist). Im Anschluss an die Bildbearbeitung wurden die Umgebung bzw. der Hintergrund eingebaut und dem Bild der finale Look gegeben.

Sehr überrascht war ich auch, dass einer meiner New York-Kalender das CALVENDO TOP 100 Bestsellersiegel 2013 bekommen hat. Ich glaube New York ist am Markt eines der Themen, welches am breitesten besetzt und am stärksten umkämpft ist.

Folie1Oliver Pinkoss: Urban Dogs – Hundekalender der anderen Art, Chihuahuas – Cool & Cute, Oldtimer Inside und New York Shoots

Wo sehen Sie für sich persönlich die Vorteile von CALVENDO? Wo gibt es aus Ihrer Sicht Verbesserungspotenzial?

CALVENDO ermöglicht mir als Hobby-Fotograf, hochwertige Produkte ohne jegliches Risiko und auf eine sehr professionelle Weise zu publizieren. Die Philosophie gibt mir als Autor die Möglichkeit, meine eigenen kreativen Ideen umzusetzen, ohne dass der Verlag großartig darauf Einfluss nimmt.

Für die Zukunft würde ich mir noch neue Formate (gerade auch für Deutschland) und eventuell ein paar neue Kalendarien für Familienplaner wünschen.

Eine Export-Funktion der Verkaufsprognosen und Quartalsabrechnungen im CSV oder XLS Format wäre für mich sehr hilfreich. Ich habe mir in den letzten 18 Monaten eine relativ komplexe Excel-Verwaltung aller Verkäufe und Prognosen aufgebaut. So sehe ich auf einen Blick meine Bestsellerliste, welche Formate am besten gehen, Umsätze und Verkaufsverläufe.

Was haben Sie sich für die nächsten Monate vorgenommen? Worauf können wir uns in diesem Jahr freuen?

Die Planungen für dieses Jahr sind noch voll im Gange. Es werden wohl wieder einige internationale Städte und Landschaften dazu kommen. Vielleicht wird es auch etwas in die Richtung Digital Art geben. Das hängt natürlich auch etwas von Ihrer Jury ab *grins*.

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Oliver Pinkoss: Ätna – Vulkanlandschaften

Wir sind auf jeden Fall auf Ihre weiteren Projekte gespannt und wünschen Ihnen für Ihre Arbeit weiterhin viel Erfolg und Motivation, kreative Ideen und natürlich gute Verkäufe. Vielen, vielen Dank für dieses Interview, Ihre Tipps und Inspiration!

Auf den folgenden Kanälen erfahren Sie mehr über Oliver Pinkoss und sind herzlich eingeladen, ihm zu folgen:

Website: www.pinkoss.de

Smartphone-App: http://pinkoss.de/neuigkeiten/smartphone-app/

Amazon: http://www.amazon.de/-/e/B00FPLZYZA

500px.com: http://500px.com/OliverPinkoss

Facebook: https://www.facebook.com/oliver.pinkoss.photography

Twitter: https://twitter.com/pinkosso

Instagram: http://instagram.com/pinkosso

Pinterest: http://www.pinterest.com/pinkosso/

Vimeo: http://vimeo.com/pinkoss

YouTube: https://www.youtube.com/user/Lightstorys

Flickr: https://www.flickr.com/photos/photostorys/

CALVENDO-Produktgalerie: http://www.calvendo.de/galerie/autor/oliver-pinkoss/

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Oliver Pinkoss: Monaco – Das Fürstentum an der französischen Mittelmeerküste 

 

Wenn auch Sie sich angesprochen fühlen und als CALVENDO-Kreative(r) sich und Ihre Arbeiten  vorstellen möchten, dann senden Sie uns einfach eine Nachricht an marketing@calvendo.com.

Ein Gedanke zu „Selbstvermarktung – wie geht das?

  1. Ich danke Calvendo und Oliver Pinkoss für das sehr informative Interview.
    Oliver Pinkoss wünsche ich weiterhin viel Erfolg mit der Fotografie und die daraus
    enstehenden SUPER Kalender.
    Viele Grüße, Ulrike Kröll

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