Süße Verführungen – ein Interview mit CALVENDO-Autorin Karla Holländer

Für ihr Kalenderprojekt „Süße Verführungen“ erhielt Karla Holländer in diesem Jahr den Jurypreis in der Kategorie „Foodfotografie“. Mit Ihren Fotos erobert Foodfotografin Karla Holländer das Herz eines jeden Feinschmeckers. Verführend sind vor allem die sorgfältigen Arrangements, gute Lichtverhältnisse und viele bunte Details. 

In unserem Interview erzählt sie uns mehr über das vielseitige Feld der Foodfotografie und die „süßen Verführungen“.

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Karla Holländer

Liebe Frau Holländer, Sie sind Foodfotografin. Wie kamen Sie zur Fotografie?

Eigentlich habe ich früher schon auf Reisen sehr gerne und viel fotografiert. Das war manchmal sehr kostspielig, denn die Filme bzw. deren Entwicklung kosteten nicht wenig und als Studentin hat man bekanntlich nicht so viel Geld. Als aber die digitale Fotografie aufkam, habe ich viel experimentiert.
Ich konnte und kann mich noch immer sehr an der Makrofotografie erfreuen, an den interessanten Details der Natur. Mit meiner kleinen Tochter im Kinderwagen fotografierte ich mich vor 11 Jahren durch Wald und Wiese und dabei entstand der erste Kalender. Menschen finde ich sowieso sehr interessant und liebe es, deren Schokoladenseite zu finden.
Mit Food habe ich erst vor etwa vier Jahren begonnen und kann mich immer noch daran erfreuen. Das wichtigste ist der Spaß an der Sache und die Leidenschaft für das, was man tut.

Was war zuerst da? Die Liebe zum Kochen bzw. Backen und dann der Wunsch, die vergänglichen Kunstwerke zu konservieren oder umgekehrt?

Eher der Wunsch, dass etwas schön arrangiert ist und damit noch appetitlicher aussieht. Kreativ sein und Neues ausprobieren waren schon immer Dinge, die mich mein Leben lang begleiten. Früher habe ich gezeichnet, heute fotografiere ich.

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Karla Holländer: FOOD-Fotografie


Wie lange benötigen Sie zur Vorbereitung eines Shootings? Bereiten Sie das Essen dafür besonders auf?

Die Vorbereitungszeit ist sehr unterschiedlich, je nachdem, was fotografiert wird. Frisches Obst und Gemüse lässt sich bei gutem Licht auch in 30 Minuten in Szene setzen.
Kuchen hingegen müssen erst gebacken und dann angerichtet werden. Man achtet beim Einfüllen von Mousse schon darauf, dass die Gläser nicht bekleckert werden, Besteck und Gläser werden nochmals poliert, Untergründe extra gesäubert. Es ist schon aufwändig, um sich danach nicht lange mit Bildbearbeitung beschäftigen zu müssen.

Welche Ausrüstung ist für Sie dafür unentbehrlich?

Neben meiner Spiegelreflexkamera sind unbedingt ein Stativ und genügend Licht notwendig. Ich setze gerne auf natürliches Licht, muss aber ab und zu auch Tageslichtlampen einsetzen. Dann brauche ich noch verschiedene Untergründe und jede Menge Accessoires, angefangen bei Besteck bis hin zum Strohhalm u.v.m.

Welches sind Ihrer Einschätzung nach die Herausforderungen und Hürden, die ein Foodfotograf zu meistern hat oder vielleicht im Vorfeld sogar unterschätzt?

Dass das Essen so aussieht, wie man es bereits vorher im Kopf hat. Manchmal passen die Farben nicht und aus einem „Grün“ ist nur ein „Braun“ geworden… nicht gerade appetitlich.
Auch der Zeitfaktor ist wichtig, da ein Milchschaum schnell zusammenfällt bzw. die Crema des Kaffees sich auflöst.
Ab und zu bekommt man nicht das Obst, das man sich wünscht, oder nicht in der Qualität, dass man es fotografieren könnte.
Tja, und da sind natürlich noch die vielen, tollen Fotografen, mit denen man mithalten will, die fantastische Bilder liefern und die neben Inspiration auch große Konkurrenz sind J

Was sind Ihre Lieblingsmotive?

Ganz eindeutig: Obst in jeglicher Form, roh, frisch, als Dekoration, als Marmelade, in Getränken… Obst ist bunt, lecker, gesund und Obst verbinde ich immer mit Sommer, meiner Lieblingsjahreszeit (wenn es nicht so regnet wie in diesem Jahr)

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Karla Holländer: FOOD-Fotografie


Und was passiert mit dem Essen? Laden Sie dann Familien und Freunde ein?

Die Frage ist herrlich, denn ich muss immer schmunzeln, wenn ich daran denke, wie sehr sich mein Ehemann freut, wenn ich wieder Food fotografiere. Er liebt Foodfotografie, weil er gerne und gut isst. Und da ja das Auge bekanntlich mitisst, schmeckt es umso besser, wenn etwas appetitlich angerichtet ist.

Selbstverständlich „opfern“ sich meine Kinder auch bei Eis, Panna Cotta und Kuchen J

Gibt es ein Thema oder einen Bereich, den Sie noch auf Ihrer Wunschliste haben und gerne mal ausprobieren möchten?

Im Bereich Food gibt es immer wieder interessante Lebensmittel, die ich noch in Szene setzen möchte. Es entsteht zurzeit ein neuer Kalender, dessen Thema ich aber noch nicht verraten will  : )

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Karla Holländer: Süße Verführungen


Ihr Kalenderprojekt „Süße Verführungen“ wurde in diesem Jahr mit dem CALVENDO-Jurypreis in der Kategorie Foodfotografie ausgezeichnet. Können Sie uns etwas mehr zu diesem Projekt erzählen?

Ich bin sehr überwältigt, dass mir diese Ehre zuteilwird. Das macht mich ein wenig stolz, denn im Dschungel all der grandiosen Fotografen komme ich mir oft nur als kleines Sternchen vor…dieses leuchtet nun ein wenig mehr. Ich mach seit vielen Jahren Kalender, um Freunden und Familie zu Weihnachten ein persönliches Präsent von mir mitzubringen. Daraus ist die Idee entstanden, den Kalender bei Calvendo einzureichen. Und siehe da, es hat geklappt.

Warum haben Sie auch Kalender als Veröffentlichungsart für Ihre Fotos gewählt? Was gefällt Ihnen an dieser Möglichkeit des Publizierens am meisten?

Viele schöne Fotos liegen auf meiner Festplatte und werden zu selten angesehen. Ein Kalender bietet die Möglichkeit, sich länger direkt an Bildern zu erfreuen und macht Appetit.

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Karla Holländer: Süße Verführungen

Was schätzen Sie an CALVENDO? Was ist Ihrer Meinung nach verbesserungswürdig?

Calvendo macht das Einreichen von Projekten sehr leicht und unkompliziert. Es freut mich natürlich sehr, dass die Kalender mittlerweile auf so vielen verschiedenen Plattformen angeboten werden. Deshalb bin ich gespannt auf die Vermarktung der Kalender aus der GOLD-Edition bzw. mit dem Jurypreis.

Welche Tipps können Sie anderen Kreativen geben? Wovon raten Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen ab?

Wenn man Spaß an der Sache hat und etwas mit Leidenschaft tut, dann lohnt es sich immer. Ob man das große Geld damit verdienen kann, kann bei dem gesättigten Markt keiner wirklich beantworten.

Welche Kanäle und Möglichkeiten nutzen Sie, um Ihre Kalender, aber auch Ihre Fotos im Allgemeinen zu vermarkten?

Ich nutze die sozialen Medien wie Facebook, Instagram und meinen Food-Blog, versuche aber auch über Mundpropaganda und Werbegeschenke Lust auf mehr zu machen.

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Karla Holländer: Süße Verführungen

Weitere Informationen:

Blog: http://hollyfotoflash.blogspot.de/

Flickr: https://www.flickr.com/photos/hollyfotoflash/

Westend61: http://www.westend61.de/hollyfotoflash

CALVENDO-Galerie: http://www.calvendo.de/galerie/autor/hollyfotoflash

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