Die Insel Sylt und Mops-Hündin Hilde – dafür „brennt“ CALVENDO-Autorin Beate Zoellner

In unserer Beitragsreihe porträtieren wir weiterhin verschiedene CALVENDO-Kreative, die über ihre Arbeit berichten und Ihnen gerne ein paar Tipps geben möchten. Heute stellen wir Ihnen Beate Zoellner vor. Die Fotografin liebt die Insel Sylt genauso wie ihre kleine Mops-Hündin Hilde – lesen Sie mehr dazu in unserem heutigen Interview.

Beate Zoellner  Beate Zoellner (Copyright: Dagmar Clausen)

Frau Zoellner, in Ihrem Berufsleben hatten Sie schon einige interessante Stationen bevor Sie sich vor elf Jahren ausschließlich der Fotografie zugewandt haben. Erzählen Sie uns ein bisschen mehr über Ihren Werdegang?

Naja, das liegt sicher auch an meinem fortgeschrittenen Alter : )
Schon Ende der 70er Jahre, als ich mein Abi gerade in der Tasche hatte, galt es als spannend, beruflich „etwas mit Medien“ zu machen. Meine Eltern wollten aber auch, dass ich etwas Solides lerne. Der Kompromiss war dann meine Ausbildung zur Verlagskauffrau. Danach volontierte ich bei der Hamburger Morgenpost, arbeitete dann später als Redakteurin bei einer TV-Zeitschrift. Nach einer mehrjährigen Pause als Hausfrau und Mutter arbeitete ich für eine TV-Nachrichtenagentur. Die stellte leider ihren Betrieb ein, nachdem der Besitzer verstorben war. Ich war dann ein paar Monate arbeitslos und entschied mich schließlich, mein damaliges Hobby, die Fotografie, zum Beruf zu machen.

Welches sind Ihre Themenschwerpunkte?

Ich konzentriere mich auf das, wovon ich Ahnung habe, wo ich mich auskenne, was mir vertraut ist, wofür ich „brenne“, also wofür ich viele gute Gefühle habe: Meine norddeutsche Heimat und da ganz besonders die Insel Sylt, die ich seit meiner Kindheit kenne, also schon einige Jahrzehnte.

Zweiter Themenschwerpunkt ist unsere Mops-Hündin „Hilde“. Aber das passierte eher zufällig, weil sie sich immer gern in den Fokus drängt : )

Beate Zoellner - Mops-JahrBeate Zoellner: Das Mops-Jahr 2015

Inwiefern profitieren Sie bei der Fotografie von Ihren Erfahrungen als Redakteurin und Journalistin?

Journalistin bin ich ja immer noch, Fotojournalistin eben. Ich weiß durch meine journalistische Ausbildung, was thematisch ein Motiv ist, welche Fotos eine Geschichte erzählen können. Ich wähle meine Motive also nicht nur nach optischen Gesichtspunkten aus. Ich denke, das ist ein großer Vorteil.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie in Ihrem „neu gewählten“ Beruf als Fotografin?

Um meinen Lebensunterhalt mit meinen Fotos bestreiten zu können, muss ich mich von der enorm großen Menge der Kollegen und Hobbyfotografen in irgendeiner Form unterscheiden, sei es thematisch oder eben durch einen bestimmten Bildstil, eine wieder erkennbare Bildsprache. Das gelingt mir leider noch nicht so wie ich mir das wünsche oder wie es erforderlich wäre, aber ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin.

Wie können wir uns Ihren Berufsalltag als selbständige Fotografin vorstellen?

Ganz sicher weit weniger glamourös und spektakulär, als man sich das im Allgemeinen so vorstellt. Die meiste Zeit verbringe ich am Rechner, bearbeite meine Fotos, verschlagworte sie, schicke sie an Bildagenturen, biete sie Kunden (möglichst mit einer passenden Story) an und, und, und…

Wie kommt es zu Ihrer Leidenschaft für Sylt, obwohl Sie gar nicht auf der Insel leben?

Anfang der 70er Jahre war ich als Kind erstmals auf Sylt. Schon damals haben mich die Landschaft, die Weite und vor allem das Gefühl von Freiheit fasziniert. Mitte der 70er Jahre kauften meine Eltern eine Ferienwohnung auf der Insel, so dass meine Geschwister und ich fortan unsere Ferien auf Sylt verbrachten. Sylt wurde so zu meiner zweiten Heimat.
Ich habe dort Freunde, stehe täglich im Kontakt mit der Insel, kenne die Themen, die die Menschen dort bewegen und umtreiben, und natürlich sämtliche fotogenen Ecken und Winkel. Ich weiß genau, zu welchem Sonnenstand ich wo auf der Insel die besten Bilder machen kann.

Beate Zoellner - Stege und Wege auf SyltBeate Zoellner: Stege & Wege auf Sylt

Und über Ihre Mops-Hündin „Hilde“ gibt es sicher viele Anekdoten zu erzählen. Mögen Sie eine davon mit unseren Lesern teilen?

Ach, Hilde ist ein echter Foto-Bomber. Sie rennt immer dann durchs Bild, wenn‘s gerade nicht erwünscht ist. Bei meinen Landschaftsbildern muss ich sie ab und an mit Photoshop entfernen. Aber letztlich hat sie es ja genau mit diesem T(r)ick geschafft, dass es jetzt Hilde-Mops-Kalender gibt.
Manche Fotos mit ihr sehen inszeniert aus, sind es aber nur zum Teil. Zum Beispiel das Foto vom Schach spielenden Mops. Hilde saß mir am Esstisch gegenüber auf dem Stuhl meines Mannes und schaute mich erwartungsvoll an. Da kam mir die Idee mit dem Schachbrett. Ich hab‘s schnell aufgebaut und einen kleinen Hundekeks in die äußerste Ecke des Brettes gelegt. Das erklärt ihren konzentrierten Blick : ) Meine Bildideen bei den Mops-Fotos entstehen immer erst durch eine Aktion von Hilde. Ich zwinge sie zu nichts und absoluter Gehorsam ist „Madame Hilde“ sowieso völlig fremd!

Beate Zoellner - Das Mops-Jahr
Das ist „Hilde“
Aus dem Kalender Mops 2015 von Beate Zoellner

Sprechen wir ein wenig über Ihre Erfahrungen mit CALVENDO. Wie wurden Sie auf den Verlag aufmerksam? Was gefällt Ihnen an CALVENDO am meisten?

Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht mehr. Vermutlich bin ich irgendwann bei Facebook drüber gestolpert.
Mir gefällt, dass ich sehr frei entscheiden kann, welche Themen, Motive und Gestaltungsvarianten ich wähle. Ein großer Pluspunkt ist, dass ich kein wirtschaftliches Risiko eingehen muss. Ebenso, dass ich mich nicht um Druck und Versand der Kalender kümmern muss.

Wo gibt es Ihrer Meinung nach Verbesserungspotenzial?

Ich würde mir eine bessere Honorierung wünschen. Klar lässt sich Calvendo die eben genannten Dienstleistungen (wirtschaftliches Risiko, Druck, Versand) von den Kalenderautoren gut bezahlen. Aber ich würde mir eine höhere Umsatz-Beteiligung der Autoren ab einer bestimmten Anzahl verkaufter Kalender wünschen. Das würde auch den Anreiz erhöhen, das Marketing für die eigenen Projekte zu intensivieren.

Wo sehen Sie die Herausforderungen bei der Kalender-Erstellung? Ist es für Fotografen und Kreative einfach „Kalender zu machen“?

Für mich ist es relativ einfach, weil ich auf ein umfangreiches Archiv mit Bildern aus allen Jahreszeiten zurückgreifen kann. Und durch meine recht erfolgreichen Facebook-Seiten „Sylt-Fotos“ und „NORDWEH-Bilder“ weiß ich ziemlich genau, welche Motive beim Publikum ankommen und welche eher nicht.

Beate Zoellner - NordwehBeate Zoellner: Nordweh-Bilder

CALVENDO ist ein Self Publishing Verlag. Wie gehen Sie bei der Vermarktung Ihrer Kalender vor?

Ganz wichtig sind die eben schon erwähnten Facebook-Seiten – über die läuft mein gesamtes Marketing. Und natürlich habe ich auf meiner Webseite www.beatezoellner.de einen Link zu meinen Calvendo-Projekten.
Auch hat mich die Zeitung „Sylter Rundschau“ schon sehr mit Veröffentlichungen über meine drei 2015er Kalender mit Sylt-Motiven unterstützt.
Die Nase gestoßen habe ich mir bei den örtlichen Buchhandlungen. Die lehnen leider grundsätzlich Calvendo-Publikationen ab und nehmen sie deshalb nicht in ihr Sortiment auf – schade…

Wo bzw. wie vertreiben Sie Ihre Fotos außerdem?

Viele meiner Fotos werden über diverse Bildagenturen vermarktet, im In- und Ausland.
Außerdem hat meine Webseite eine Datenbank mit Suchfunktion, so dass zunehmend Verkäufe von Nutzungsrechten auch über diesen Kanal laufen.
Besonders dekorative Motive, die auch an der Wohnzimmerwand etwas hermachen können, biete ich in entsprechenden Online-Shops an.

Beate_Zoellner_Sylt_2016Beate Zoellner: SYLT 2016

Welche Tipps können Sie anderen Kreativen geben? Wovon raten Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen ab?

Ganz wichtig für Hobby-Fotografen: Verkauft Eure Bilder nicht zu billig oder verschenkt sie gar! Sie sind mehr wert als ein paar lausige Cent!
Und noch etwas: Versucht mehr mit Herz und Gefühl zu fotografieren. Klar ist auch die Technik wichtig, aber am wichtigsten sind doch die Emotionen, die ein Foto transportiert. Denn die sorgen dafür, dass ein Bild länger im Gedächtnis bleibt in unserer schnelllebigen Zeit.

Haben Sie noch eine Anmerkung?

Weitere Tipps zum Thema Fotografie gibt‘s in meinem gerade neu aufgelegten Buch: Bessere Fotos – leicht gemacht! – Kreative Techniken und fotografisches Sehen

Beate Zoellner Buch

Frau Zoellner, wir bedanken uns für dieses Interview sowie Ihre Tipps und Ideen! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude mit Ihrer Arbeit.

Beate Zoellner - Sylt-AbendeBeate Zoellner: Sylt-Abende

Weitere Informationen finden Sie hier:

Website: www.beatezoellner.de

Facebook:
https://www.facebook.com/Sylt.Fotos

https://www.facebook.com/NORDWEHBilder

https://www.facebook.com/BeateZoellnerFotografie

Artflakes: http://www.artflakes.com/de/shop/beate-zoellner

Oh My Prints: http://www.ohmyprints.com/de/kuenstler-bilder/Alle-Bilder/7298

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